Unser Sommerupdate zu Schuleröffnung und Lehrer*innensuche.

Wir melden uns heute mit einem Update zu dem aktuellen Stand unserer Schulgründung. Die Wochen und Monate seit unsrem letzten Newsletter waren sehr, sehr intensiv. Wir haben viele Gespräche geführt, Treffen veranstaltet, ganz verschiedene Menschen kennengelernt und zusammengebracht und unsere Vision von einer Naturschule für Reutlingen noch ein gutes Stück voran gebracht.

Kurzum, es waren Wochen voller Hochs und Tiefs, in denen der Start in diesem September mal greifbarer schien und manchmal auch ganz weit weg.

In den vergangenen Wochen wurde dann aber auch deutlich, dass wir in diesem Jahr unsere Schule nicht eröffnen können. 

Woran liegt das? 

Unser Konzept, in das viel Zeit und Herzblut geflossen ist, kann nur mit einem kompetenten Team aus Lernbegleiter*innen umgesetzt werden. Wir haben uns in diesem Jahr intensiv und auf verschiedenen Kanälen auf die Suche gemacht, Gespräche mit tollen und inspirierenden Menschen geführt aber am Ende waren es einfach nicht genug Personen, die sich an das Abenteuer Schulgründung wagen wollten. Das bedauern wir wirklich sehr.

Eine Schulneugründung ist im Vorfeld mit viel – vor allem ehrenamtlicher – Arbeit und Engagement verbunden und wir verstehen bei allem Bedauern auch, dass dieser neue große Schritt in die aktuelle Lebenssituation und -planung einer jeden Person passen muss. Dazu kommt die große Hürde für bereits verbeamtete Personen, die bestimmte Fristen für Beurlaubungen vom Staatsdienst einhalten müssen, was die Suche nicht einfacher macht.

Wie geht es jetzt weiter? 

Wir sind sehr dankbar für das große Vertrauen, dass wir von so vielen Seiten in den letzten Jahren entgegengebracht bekommen haben. Ob von Spender*innen, unserem Kooperationspartner BiM e.V., den vielen Familien, die nach Schulplätzen gefragt haben, den Bewerberinnen, dem Regierungspräsidium Tübingen… die Nachrichten, der Austausch und die Gespräche haben uns immer motiviert, auf dieser langen Strecke am Ball zu bleiben und das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren: Eine Naturschule in Reutlingen zu gründen, in der Kinder eine bestärkende und inspirierende Grundschulzeit erleben dürfen. 

Wir haben in unserer Bewerbungsrunde auch ganz wunderbare Lehrerinnen kennengelernt, die sich nach wie vor vorstellen können, das Abenteuer Naturschule zu starten, worüber wir uns sehr freuen. 

Wir wollen in der kommenden Zeit weiter zusammenarbeiten und uns an die konkrete Umsetzung des Konzepts setzen (Materialien, Umsetzung der pädagogischen Schwerpunkte etc.). Ob und wann wir jedoch tatsächlich eröffnen können hängt vor allem davon ab, ob sich noch weitere Lehrer*innen finden, die das Team vervollständigen. 

Interessent*innen dürfen sich gerne bei uns unter kontakt@naturschule-reutlingen.de melden. Wir würden uns sehr freuen, wenn unsere Schulgründungsreise noch weiter geht.

Wenn es etwas Neues gibt, melden wir uns auf den gewohnten Kanälen und wünschen euch allen einen schönen Sommer.

Habibe und Farina

Foto von Franz Republic auf Unsplash

Über Infotermine, Lernbegleiter*innen und den aktuellen Stand im März.

Während der Frühling auch in Reutlingen unverkennbar begonnen hat, haben wir uns intensiv auf die Suche nach Lernbegleiter*innen begeben. Unsere Stellenanzeige ist auf verschiedenen Portalen, on- und offline geteilt worden und wir haben auch einige Mails von interessierten Pädagog*innen erhalten, worüber wir uns sehr freuen. 

Da die Regelungen über die vorausgesetzten Qualifikationen für Lehrer*innen an neu gegründeten freien Schulen für uns aber immer noch sehr undurchsichtig waren, haben wir nochmal mit dem Regierungspräsidium Rücksprache darüber gehalten.

Mit den uns nun vorliegenden Informationen machen wir in den nächsten Wochen ein Kennenlerntreffen mit den interessierten Pädagog*innen, bei dem wir die Räumlichkeiten anschauen und noch einmal Fragen beantworten können. Die Terminumfrage ist bereits an alle, die sich bisher gemeldet hatten verschickt worden.

Wir freuen uns auch über weitere Personen, die sich aus beruflicher Sicht für die Naturschule interessieren und zu unserem Infotreffen dazu kommen wollen. Dazu einfach eine kurze Mail an kontakt@naturschule-reutlingen.de schicken.

Infotermin vor Ort für interessierte Familien verschoben.

Die Suche nach Lernbegleiter*innen hat für uns aktuell Priorität, da sie die Voraussetzung dafür sind, dass wir im September wirklich starten können. Daher haben wir uns auch dazu entschieden, das ursprünglich für Ende März angedachten Infottreffen vor Ort für interessierte Familien zu verschieben. Dies hat auch den Grund, dass wir dieses Treffen gerne mit dem pädagogischen Team (oder einem Teil davon) machen möchten. Dafür brauchen wir einfach noch etwas Zeit. 

Wenn wir dazu Neuigkeiten haben, erfahrt ihr das wie immer hier, über den Newsletter und unsere Social Media Kanäle.

Mit frühlingshaften Grüßen,
Farina und Habibe

Online Infoveranstaltung am 25. Januar

Wie bereits angekündigt gibt es am Donnerstag den 25. Januar eine Infoveranstaltung, die sich hauptsächlich an interessierte Familien richtet. Herzlich willkommen sind aber auch alle anderen Interessierten, die einfach mal reinhören wollen, wer wir sind und wie der aktuelle Stand ist.

Wir werden uns an diesem Infotermin hauptsächlich auf die Vorstellung unserer Konzeption und den aktuellen Stand konzentrierten. Außerdem wir es die Möglichkeit geben, Fragen zu stellen und sich einfach mal kennezulernen.

Wir planen einen weiteren Infotermin vor Ort in unseren Räumlichkeiten gegen Ende März und hoffen sehr, dass dann auch schon ein Teil unseres pädagogischen Teams anwesend sein kann. Dort kann es dann mehr um den tatsächlichen Schulalltag und konkretere Fragen dazu gehen.

Wer Lust und Zeit hat, am Donnerstag dabei zu sein, kann uns einfach eine Mail an kontakt@naturschule-reutlingen.de schreiben.

Wir freuen uns auf euch!

Habibe & Farina

Schule neu denken?

Willst Du Schule mit uns neu denken? Dann bewirb dich bei uns! Wir suchen Lernbegleiter*innen für unseren Schulstart im September 2024.

Fühlst du dich angesprochen, möchtest Du mehr wissen? Dann schreib uns eine Mail an kontakt@naturschule-reutlingen.de

Oder kennst du jemanden, der mit uns Schule neu denken will? Dann teile diesen Beitrag gern! 

Was bisher geschah…

Seit dem letzten Beitrag hier und auf unseren Social Media Kanälen ist es ein Weilchen her. Das liegt nicht daran, dass bei uns in den letzten Monaten nichts passiert ist, ganz im Gegenteil. Wir haben die Kapazitäten unseres kleinen Gründungsteams vor allem darauf konzentriert, mit der Schulgründung voran zu kommen. Dabei ist die Öffenlichkeitsarbeit etwas kurz gekommen. Das wollen wir aber nun wieder ändern. Am besten fangen wir damit an, euch auf den aktuellen Stand zu bringen.

Wo stehen wir jetzt?

Wir sind noch immer ein sehr kleines Gründungsteam aus 4-5 Menschen. Wir arbeiten nach wie vor an der Finanzierung unserer Schule, wofür wir vor allem Stiftungsanträge bearbeiten. In dem Rahmen haben wir auch unseren Haushaltsplan erstellt. Wir haben uns Gedanken über das künftige Schulgeld gemacht, Baupläne unserer Räumlichkeiten besorgt und beim Gesundheitsamt, sowie Regierungspräsidium eingereicht. Wir haben uns mit Turnhallen, der Nachmittagsbetreuung, Lernmaterialien für drinnen und draußen und mit vielem mehr beschäftigt, das für die Eröffnung unserer Schule wichtig ist.

Wie geht es weiter?

Da uns wichtig ist, dass wir in unserem kleinen Team nachhaltig auch im Sinne unserer persönlichen Ressourcen arbeiten, haben wir uns dazu entschlossen, statt der Eröffnung zum Halbjahr im Februar 2024 auf die Eröffnung im September zum Schuljahr 2024/25 hinzuarbeiten. Unsere Kooperationspartner sind da dankenswerterweise sehr entgegenkommend, sodass dieser Zeitpunkt für uns rundum stimmig ist.

Wir planen, zu Beginn des neuen Jahres auch einen Infotermin für interessierte Familien zu organisieren und freuen uns weiterhin über Unterstützung in jeglicher Hinsicht – sei es durch Spenden, Ansprechen von potentiellen Lernbegleiter*innen, Werbung durch Weitererzählen oder durch aktive Mitarbeit in unserem Team.

Bei Fragen dürft ihr euch weiterhin gerne an uns wenden.

Bis dahin,
Farina

Wann geht’s los?

Eine der uns meistgestellten Fragen ist: Wann startet eure Schule denn jetzt? Das besondere pädagogische Interesse ist offiziell genehmigt, Gebäude sind gefunden… wann geht’s los?

Die Frage wollen wir euch heute so gut es geht beantworten. 

Für uns ist es wichtig, dass wir die Finanzierung der Schule auf sichere, für alle verlässliche Beine stellen können. Die ersten drei Jahre einer neu gegründeten Schule sind auch in finanzieller Hinsicht eine Bewährungsprobe, weil wir in Baden Württemberg diesem Zeitraum noch keinerlei staatliche Förderung bekommen werden.

Da wir wenn möglich die Aufnahme eines Kredits vermeiden wollen, schreiben wir gerade Förderanträge an verschiedene Stiftungen und planen unser Fundraising. Erst, wenn wir hier einen Schritt weiter sind, können wir Gespräche mit unseren zukünftigen Lernbegleiter*innen führen und auch dort verlässliche Zusagen machen, ebenso wie an interessierte Familien.

Deshalb haben wir uns entschieden, als geplanten Eröffnungstermin den Februar 2024 anzustreben, also zum Halbjahr zu starten. Das ist für uns ein realistischer Zeitraum, unserem Anspruch an Verlässlichkeit gerecht zu werden. Über Unterstützung jeglicher Art freuen wir uns nach wie vor 🙂

Habt ihr dazu noch Fragen?

Podiumsdiskussion in Reutlingen

Am Donnerstag Abend war Habibe für uns bei einer Podiumsdiskussion des Fritz Erler Forums zu dem Thema „Schule geht auch anders – wie sich Bildung verändern muss“ hier in Reutlingen.

Dabei ging es um die Ergebnisse einer Studie des FiBS (Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie) in deren Rahmen über 2000 Schulleiter*innen zu den aktuellen Herausforderungen und Wünschen für die Zukunft befragt wurden. Die Ergebnisse wurden von Dr. Sarah Fichtner vorgestellt und lauten kurz zusammengefasst:

Schulleiter*innen wünschen sich:

  • Mehr Personal: Nicht nur Lehrer*innen sondern multiprofessionelle Teams wie Pädagog*innen, Schulsozialarbeiter*innen, Schulpsycholog*innen, Schulkrankenpfleger*innen usw.
  • Mehr Chancengerechtigkeit durch individualisierte Fördermöglichkeiten, durch digitalisierten Unterricht, Förderung von Kompetenzen, Mitwirkung der Schüler*innen an Entscheidungen der Schulgestaltung.
  • Stärkere Digitalisierung, dabei ist die Medienkompetenz der Schüler*innen, aber auch der Lehrerinnen sehr wichtig. Führt wiederum zu mehr Chancengerechtigkeit, denn alle Kinder hätten Zugang zu Bildungsinhalten, Materialien wie Lernvideos, Apps, Programmen, Bücher usw.. Zusätzlich könnte durch computergestützte Diagnostik und Programme, die Lernbiographie der Schüler*innen nachvollziehbarer gemacht werden, individuelle Förderung der Schüler werde vereinfacht. Die administrativen Aufgaben der Schulverwaltung werden erleichtert.
  • Mehr Eigenverantwortung bei Themen wie Personalhoheit, Finanzhoheit oder konzeptioneller Entwicklung.

In der anschließenden Podiumsdiskussion mit dem Vorsitzenden des Gesamtelternbeirats Reutlingen Thomas Kuchelmeister, der Schulleiterin der Hans-Küng-Gemeinschaftsschule in Tübingen Angela Keppel-Allgaier und Andreas Stoch, MdL, Landespartei- und Fraktionsvorsitzender der SPD Baden-Württemberg fügten die Referent*innen hinzu, dass auch Schüler und Eltern vermehrt mit ins Boot genommen werden müssen. Die Politik ist gefragt, zu handeln und auch zu investieren – allerdings erschweren viele alte Denkmuster und Einstellungen Reformen. Beispielsweise gibt es viele gute Erfahrungen mit alternativen Leistungsbewertungen -messungen, aber trotzdem wird am alten Notensystem festgehalten. 

Alles in allem waren die Ergebnisse der Studie und die Beiträge in der Podiumsdiskussion für uns als Schulgründungsinitiative sehr interessant und darin bestätigend, dass wir mit unserem Konzept auf dem richtigen Weg sind.

Wir lernen nie aus

Mit der bestärkenden Nachricht vom Regierungspräsidium Anfang Januar im Rücken geht es für uns Schritt für Schritt weiter auf dem Weg der Schulgründung. Momentan ist für uns die Zeit der Workshops angebrochen.

Am letzten Wochenende hat Habibe an einem Workshop zum Thema Schulgründung allgemein vom BFAS – Bundesverband der Freien Alternativschulen – teilgenommen. Gerade die Themen Finanzen und Juristisches waren dabei interessant für uns. Und auch der Austausch mit den anderen Gründungsinitiativen war toll und sehr motivierend. Wir haben auch gemerkt, wie viel wir mit unserem Konzept eigentlich schon geschafft haben – ein gutes Gefühl!

Am nächsten Wochenende wird Farina dann auf einem Workshop zum Thema Fundraising sein, ebenfalls vom BFAS organisiert. Darauf freuen wir uns sehr, denn das wird hier in Zukunft auch ein wichtiges Thema sein. Auch wir lernen bei den Workshops und natürlich bei unserer sonstigen Arbeit für die Naturschule Neues und wachsen daran.

Wir nehmen euch weiterhin hier und auf unseren Social Media Kanälen auf unserem Weg mit und freuen uns sehr über eure interessierten und Mut machenden Nachrichten.

Neuigkeiten von unserer Gründungsinitiative

Das Jahr hat für uns mit einer richtig guten Nachricht begonnen.

Anfang der vergangenen Woche haben wir die Information vom Regierungspräsidium erhalten, dass das Kultusministerium unser besonderes pädagogisches Interesse geprüft und bejaht hat! Darüber freuen wir uns riesig, denn das ist für uns auch eine Anerkennung unseres pädagogischen Konzepts, in das viele Stunden Arbeit und viel Herzblut geflossen sind.

Wir sind auf jeden Fall sehr motiviert, mit unserer Schulgründung nun in die nächste Phase zu starten und unsere Vision von einer Naturschule für Reutlingen Schritt für Schritt Realität werden zu lassen.

Dafür brauchen wir Unterstützer*innen!

Für die nächsten Schritte, die wir gehen wollen brauchen wir vor allem LehrKRÄFTE! 

In den kommenden Wochen und Monaten wird eine wichtige Aufgabe sein, unsere theoretischen Ausarbeitungen des pädagogischen Konzepts umzusetzen. Dabei geht es auch um Themen, die den Schulalltag betreffen wie Raumgestaltung oder Materialien. Und da wir derzeit im aktiven Gründungsteam selbst keine Lehrer*innen sind brauchen wir Unterstützung von Menschen, die hier ihre Erfahrung und Expertise mit einbringen können.

Wir suchen also motivierte, interessierte Lernbegleiter*innen, die Lust haben, Schule von Grund auf neu zu denken und mit uns zu gestalten! 

Wenn Du dich dabei angesprochen fühlst und Lust hast, ein aktiver Teil unseres Gründungsteams im Bereich der pädagogischen Gestaltung zu werden, schreib uns gern per Mail an kontakt@naturschule-reutlingen.de . Wir freuen uns auf deine Nachricht!

Mit motivierten Grüßen,
Farina und Habibe

Unser besonderes pädagogisches Interesse

Kinder sitzen auf einer Bank und schauen in die Natur.

Wer in Deutschland eine Schule gründen will, kann dies entweder aus einem weltanschaulichen/konfessionellen Interesse oder aber aus einem besonderen pädagogischen Interesse heraus tun. Wir als Naturschule Reutlingen verstehen uns als weltanschaulich offen und haben in unserem pädagogischen Konzept dementsprechend unser besonderes pädagogisches Interesse begründet, mit dem wir im April diesen Jahres unseren Antrag auf die Genehmigung einer Grundschule eingereicht haben.

Eine private Volksschule ist nur zuzulassen, wenn die Unterrichtsverwaltung ein besonderes pädagogisches Interesse anerkennt oder, auf Antrag von Erziehungsberechtigten, wenn sie als Gemeinschaftsschule, als Bekenntnis- oder Weltanschauungsschule errichtet werden soll und eine öffentliche Volksschule dieser Art in der Gemeinde nicht besteht.

Grundrecht Artikel 7 Absatz 5 des Grundgesetzes

Unsere drei besonderen pädagogischen Interessen sind die Resonanzpädagogik, der Lernort Natur und MINKT. Diese wollen wir im Folgenden kurz vorstellen.

Resonanzpädagogik

Wir verstehen Lernen als Lernen in Beziehung und auf Augenhöhe in einem Umfeld des Vertrauens. Das ermöglicht den Schüler*innen, sich mit ihren Ideen, Interessen und Fragen zu öffnen und selbst mit der Welt in Beziehung zu treten, also „sich die Welt anzuverwandeln“.

Der Begriff der Resonanzpädagogik wurde von dem Soziologen Hartmut Rosa geprägt und meint eben dieses In-Beziehung-Treten mit der Welt. Unsere Schule versteht sich als Resonanzraum, in dem Kinder in ihrem Selbst wahrgenommen und gewürdigt werden. Ein Raum, in dem sie sich selbst als wirksam erleben und motiviert bleiben, die Welt zu entdecken und selbst Anteil an ihr zu nehmen. 

In der Resonanzpädagogik dienen Wissen und Kompetenzen als Werkzeuge, um selbst Beziehungen zu Inhalten herstellen zu können. Lernen findet dabei in einer angstfreien Umgebung statt, in der sich alle Beteiligten öffnen können. Die Voraussetzung für gelingende Resonanzbeziehungen sind Selbstwirksamkeitserfahrungen, intrinsische Motivation und gleichwürdige Beziehungen zwischen Lernbegleiter*innen und Schüler*
innen.

Vor allem in einer Welt, in der Informationen unübersichtlich sind und sich stets verändern ist es für Kinder und Jugendliche essentiell, selbst intrinsische Interessen entwickeln und Weltbeziehungen aufbauen zu können. Dies ist nicht nur die Grundlage für lebenslanges Lernen, sondern auch für Anpassung und Mitgestaltung einer sich schnell und ständig veränderten Welt.

Lernort Natur

Ein besonders wichtiger Resonanzraum ist für uns Menschen die Natur. In ihr erfahren wir Weltbeziehung mit allen Sinnen. Wir sind davon überzeugt, dass das unmittelbare Erleben der Natur ein menschliches Grundbedürfnis darstellt, welches vor allem im städtischen Kontext meist nicht ausreichend gestillt werden kann. Wenn wir gesund leben und uns entwickeln wollen, dürfen wir unsere Beziehung zu der Natur nicht außer Acht lassen, sondern müssen sie in unseren Alltag integrieren.

Die zunehmende Naturentfremdung hat insbesondere für Kinder Folgen, wie zahlreiche Studien belegen (nachzulesen in unserer Konzeption). So gehen mit ihr oft z.B. Bewegungsmangel einher, Motivation und Selbstregulation sinken, das Risiko einer Kurzsichtigkeit wächst, das Immunsystem ist geschwächt.

Doch Draußenlernen hat nicht nur direkten Einfluss auf unser körperliches und psychisches Wohlbefinden. Durch das Lernen im Freien können auch unterschiedliche Intelligenzformen wie räumliche, musische, sprachliche, logisch-mathematische, emotionale Intelligenzen angesprochen werden.
Zudem werden nicht nur die Lerntypen, die gut auswendig lernen und lange und ruhig sitzen können, unterstützt, sondern auch die Lerntypen, die Bewegung, Nebengeräusche und Gruppen zum Lernen brauchen.

Das Draußenlernen ist in Deutschland bisher jedoch hauptsächlich im Vorschulbereich, in Wald- oder Naturkindergärten etabliert. In Schulen ist es überwiegend die Ausnahme und findet im Rahmen von Projekten oder Exkursionen statt. Wir möchten deshalb in unserer Schule, wann immer es möglich ist und das Lernen es anbietet die Natur als Lernort nutzen. Die Unterrichtszeiten draußen bilden dabei keinen Gegenpol zum Lernalltag drinnen, sie bedingen und ergänzen sich wechselseitig. 

Auch unsere Standorte bieten ideale Voraussetzungen für das Lernen in der Natur, denn im angrenzenden Wald und auf dem weitläufigen Schulgelände kann Natur intensiv erlebt werden. Der Kontakt mit der Natur und ihren Elementen ermöglicht, eine Vertrautheit mit und eine Beziehung zu ihr aufzubauen, sie zu schätzen und zu schützen.

MINKT

Das Lernen in der Natur stellt für uns keinen Widerspruch zum Verständnis und dem Umgang mit Technik und Informatik dar. Die Natur bildet eine Vorlage für viele Erkenntnisse und Errungenschaften in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Sie bietet eine unerschöpfliche Quelle für die Künste. Unser Schwerpunkt liegt im MINKT Bereich auf informatischer Bildung und den Künsten, wenngleich wir alle MINKT Fächer berücksichtigen.

Digital Literacy, also die Fähigkeit des mündigen Umgangs mit Informationen, Medien und  Technologie ist kein Selbstläufer. Denn auch wenn unsere Kinder ein einer digitalisierten Welt aufwachsen, sind sie  nicht automatisch „Digital Natives“. Informatorische Bildung wird jedoch in der Regel auf die Nutzung digitaler Medien verkürzt. Unser Anspruch geht darüber hinaus. Schüler*innen sollen Informatikkonzepte begreifen lernen und sich so die neue Kulturtechnik des 21. Jahrhunderts aneignen. Nur so können sie selbstbestimmt gestaltend in einer zunehmend digitalisierten Welt leben, ohne der Technik als bloßer Konsument ausgesetzt zu sein.

Aber auch die Künste haben bei uns zentrale Bedeutung. Denn Kreativität und Gestaltungskraft wird immer mehr zum (Über-)Lebensmotor Sie ist die Grundfähigkeit für problemlösendes Denken, auch in mathematischen und informatorischen Fragestellungen. Dabei bieten wir ein breites Spektrum an Künsten an und lassen auch zu, dass sich künstlerische Prozesse spontan entwickeln.

Wichtig ist uns dabei, dass wir die Künste nicht als Hilfsmittel für MINT Konzepte instrumentalisieren, sondern dass Kreativität und Schöpfungskraft einen eigenen Wert haben und Selbstzweck sind. Es geht uns nicht darum, dass die Kinder nach Auftrag irgendetwas produzieren, sondern, dass sie künstlerische Tätigkeiten selbst mitbestimmen und gestalten. Das kann in sehr individuellen, aber auch in Gruppenprozessen geschehen.

Wir hoffen, der Einblick in unser besonderes pädagogisches Interesse hat dir gefallen. Sollten wir dein Interesse geweckt haben, schreibe uns gerne an kontakt@naturschule-reutlingen.de !